Was ist Homey Pro? Die Smart-Home-Zentrale, die alles unter ein Dach holt

Homey Pro ist die Smart-Home-Zentrale, die Geräte von über 1.000 Herstellern in einer einzigen Oberfläche zusammenführt. Statt zwölf Apps auf dem Telefon hast du eine — und Hue, Shelly, Bosch, Nuki oder Roborock können miteinander reden. In diesem Artikel erfährst du, was die Zentrale im Kern leistet, welche Funkstandards sie spricht, wie schnell sie eingerichtet ist und für wen sie sich lohnt.

Bei uns hat sie den Partner-Test mit 10/10 bestanden. Was das im Alltag heißt, habe ich im Erfahrungsbericht nach sechs Jahren Homey ausführlich beschrieben.

Homey Pro auf einen Blick

Homey Pro ist eine kompakte Zentrale in Puck-Form — etwa so groß wie ein Eishockey-Puck mit doppelter Höhe. Schlicht, schick, lautlos: sie muss sich in keinem Wohnzimmer verstecken und passt genauso aufs Sideboard wie ins Regal neben den Apple TV. Wer ein Lifestyle-Smart-Home will, bekommt hier keine schwarze Tech-Kiste mit Antennen, sondern ein Stück Hardware, das aussieht, als hätte ein Designer mitgedacht.

Funktional ist sie das Bindeglied: Sie verbindet, was sonst nebeneinanderher läuft. Gesteuert wird über die Smartphone-App oder die Weboberfläche, im Dauerbetrieb verbraucht sie kaum mehr Strom als eine kleine LED-Lampe. Hersteller ist Athom, ein niederländischer Spezialist für Smart-Home-Hardware, der seit 2024 zur LG-Gruppe gehört — dazu später mehr.

Was sie im Alltag wirklich aus deinem Geräte-Wildwuchs macht, kommt jetzt.

Das eigentliche Problem: jeder Hersteller will seine eigene App

iPhone mit Smart-Home-App-Folder voller Hersteller-Apps
Vor Homey Pro: jede Marke ihre eigene App. Statt einer Oberfläche stapeln sich neun (oder mehr) im Smart-Home-Folder.

Wenn du im Smart-Home-Bereich länger als ein Jahr unterwegs bist, kennst du das Bild auf dem iPhone: Hue-App, Shelly Smart Control, Bosch Smart Home, Roborock-App, Nuki, Eve, eWeLink für Sonoff, Dyson Link, Miele, SmartThings für Samsung, Siemens Home Connect, Eufy. Mein Telefon hatte vor Homey zwölf dieser Apps. Jede mit eigener Anmeldung und eigener Benachrichtigungslogik.

Das Problem daran ist nicht die Optik. Das Problem ist, dass diese Apps nicht miteinander sprechen. Dein Türsensor von Aqara kann nicht das Licht von Hue triggern. Dein Bosch-Bewegungsmelder kann den Roborock nicht losschicken, wenn niemand im Raum ist. Jeder Hersteller baut sein eigenes kleines Königreich, das nicht weiß, dass nebenan eines steht.

Was Homey Pro daraus macht, ist in drei Schritten erledigt: Du verbindest ein Gerät mit Homey (etwa 1-2 Minuten pro Gerät), die Zentrale lädt automatisch die passende Hersteller-App herunter, und das Gerät taucht in deiner gemeinsamen Geräteliste auf — neben allem, was du vorher schon eingerichtet hast. Die Erstinstallation der Zentrale selbst dauert ca. 15-20 Minuten (Stromanschluss, WLAN, App-Account, erstes Gerät anlernen).

Ob dein Gerät unterstützt wird, kannst du vorher prüfen: Homey-Apps-Liste — Suche nach Hersteller oder Modell. In den meisten Fällen ist die Antwort ja, und das gilt sowohl für brandneue Matter-Hardware als auch für die Funksteckdose, die du vor zehn Jahren mal bei OBI gekauft hast.

Das Ergebnis: statt zwölf Apps auf dem Telefon hast du eine. Hue-Lampe reagiert auf Aqara-Tür. Der Bosch-Bewegungsmelder schickt den Roborock los, sobald keiner mehr im Raum ist. Das ist der Kern.

Homey Pro Smart-Home-Dashboard auf MacBook, iPad und iPhone — eine App für alle Geräte
Eine Oberfläche, alle Geräte — egal ob am MacBook, am iPad oder auf dem iPhone.

Funkstandards: warum Homey Pro herstellerunabhängig funktioniert

Damit das überhaupt geht, muss die Zentrale jeden Funkstandard sprechen, den irgendein Hersteller verwendet. Die meisten Smart-Home-Hubs können zwei oder drei. Homey Pro deckt acht ab — wobei Infrarot streng genommen kein Funk-, sondern ein optischer Standard ist.

Du musst die Tabelle gleich nicht im Detail lesen können. Die Quintessenz reicht: eine 433-MHz-Funksteckdose von vor zehn Jahren und ein nagelneuer Matter-Sensor reden im selben System.

Die vier orange hervorgehobenen Standards — Zigbee, Z-Wave, Wi-Fi und Matter — decken nahezu alles ab, was du im deutschen Handel an Smart-Home-Geräten findest. Die vier darunter sind Sonderfälle für ältere Hardware oder spezielle Anwendungen.

Standard Typ Gut für Top-Marken
Zigbee 3.02,4 GHz · Mesh Haupt Sensoren, Lampen, Schalter, Bewegungsmelder, Feuchtigkeitssensoren Hue · IKEA Tradfri · Aqara · Sonoff
Z-Wave868 MHz · Mesh Haupt Türschlösser, Rauchmelder, Heizungsventile, Rollladen-Aktoren Fibaro · Aeotec · Heatit
Wi-Fi2,4 / 5 GHz Haupt Saugroboter, Klimageräte, smarte Steckdosen, Luftreiniger, Kameras Shelly · Tuya / Smart Life · Roborock
MatterIP-basiert · herstellerübergreifend Haupt CO₂-Sensoren, Luftqualität, Steckdosen, Lampen — neue Hardware Eve · Apple · Google · Amazon
Thread2,4 GHz · Mesh · stromsparend Spezial Stromsparende Batteriegeräte, Sensoren mit langer Laufzeit Eve Energy · Nanoleaf
Bluetooth2,4 GHz · Nahbereich Spezial Türschlösser im Nahbereich, einzelne Sensoren SwitchBot · Nuki
InfrarotSichtlinie · Punkt-zu-Punkt Spezial Klimaanlagen, Heizlüfter, ältere TVs ohne Smart-Anbindung Midea · Daikin · ältere Geräte
433 / 868 MHzSubgigahertz · Funk-Klassiker Spezial Alte Funksteckdosen, Rollladenmotoren, Garagentor-Fernbedienungen Intertechno · Brennenstuhl · Somfy
Acht Funkstandards in einer Box — die vier oberen (orange markiert) decken praktisch alles ab, was du im deutschen Handel bekommst. Die unteren vier sind für Sonderfälle wie alte Hardware oder Klimaanlagen.

In der Praxis heißt das:

Du kaufst nicht nach Funkstandard, sondern nach Funktion. Welches Gerät am besten passt, entscheidet das Produkt — Homey kümmert sich um die Übersetzung.

Über 50.000 unterstützte Geräte — was das real bedeutet

Athom gibt offiziell über 50.000 unterstützte Geräte von mehr als 1.000 Herstellern an (Stand Ende 2025). Die Zahl klingt nach Marketing, hat aber einen konkreten Hintergrund: für jede Hersteller-App im App Store ist hinterlegt, welche Geräte sie unterstützt. Summe daraus = die offizielle Zahl.

Praktisch heißt das: fast jeder Hersteller, den du in einem deutschen Smart-Home-Shop kaufen kannst, ist abgedeckt.

16 Smart-Home-Hersteller-Apps – alle in Homey Pro vereint
Eine Auswahl der über 1.000 Hersteller, deren Geräte Homey Pro unter einer Oberfläche zusammenbringt.

Hue, IKEA Home smart, Bosch Smart Home, FRITZ!App Smart Home, Samsung SmartThings, Miele, Eve, tado°, Nuki, Aqara Home, Shelly Smart Control, eufy, Roborock, eWeLink (Sonoff), LG ThinQ und Smart Life (Tuya). Bei Nischenkram (chinesische Tuya-Klone unter eigenem Namen, sehr neue Modelle) lohnt der Blick in den Athom App Store — dort suchst du den Hersteller und siehst sofort, ob deine konkrete Geräte-Generation drin ist.

Alles bleibt lokal — kein Cloud-Zwang

Der Punkt, den Athom auf der eigenen Produktseite ganz oben stehen hat, geht im Alltag am häufigsten unter: Homey Pro verarbeitet alles lokal. Sensoren, Schalter, Flows, Automationen — die Logik läuft auf dem Gerät im Schrank, nicht auf irgendeinem Server in Irland.

Drei Konsequenzen, die du sofort spürst:

  • Niedrige Latenz. Wenn du auf einen Schalter drückst, läuft das Signal nicht über die Cloud. Reaktionszeit fühlt sich direkt an, nicht „mit kurzer Denkpause“.
  • Internet weg, Smart Home läuft. Lampen, Sensoren, Heizungssteuerung, Bewässerung funktionieren weiter, auch wenn deine Fritzbox neu startet oder der DSL-Anbieter mal wieder Wartung hat. Cloud brauchst du nur für Fernzugriff oder für Geräte, die selbst online sein müssen (Roborock zum Beispiel).
  • Deine Daten bleiben zuhause. Was wann passiert, welcher Sensor was misst, welche Routine wann läuft — all das wird lokal auf der Zentrale gespeichert. Wenn du willst, gibt es eine optionale Cloud-Anbindung (Athom Premium, 10 € pro Jahr) als automatisches Backup. Pflicht ist sie nicht.

Im Vergleich zu reinen Cloud-Hubs wie Tuya oder Smart Life ist das der entscheidende strukturelle Unterschied — und für Apple-Haushalte, die HomeKit bewusst lokal gewählt haben, der Punkt, an dem Homey Pro überhaupt erst infrage kommt.

Flows — die einfache Automatisierung

Automatisierungen heißen bei Homey „Flows“. Es gibt zwei Sorten.

Standard Flows sind klassische Wenn-dann-Regeln. Drei typische Beispiele:

  • Wenn Türsensor offen → Licht in der Diele an
  • Wenn Sonnenuntergang → Rollladen runter
  • Wenn 5 Minuten keine Bewegung → Licht aus
Homey Flow-Editor und Räume-Übersicht auf zwei iPhones, Homey-Logo und Flow-Wortmarke links
Ein Flow in der Homey-App: Wenn-Und-Dann-Struktur, eine Aktion pro Zeile, kein Code.

Die baust du per Drag-and-Drop in der Homey-App zusammen, ohne Code. Für etwa 80 Prozent dessen, was ein Smart Home im Alltag macht, reichen Standard Flows komplett aus.

Advanced Flows sind das, was darüber hinausgeht: Logik mit mehreren Bedingungen, die mit der Apple-Home-App alleine schon nicht mehr abbildbar ist — etwa eine Gartenbewässerung, die Bodenfeuchte, Außentemperatur und Wettervorhersage gleichzeitig prüft, bevor sie auslöst.

Advanced Flow im Homey-Editor: mehrere Bedingungen mit ALL/ANY-Verknüpfungen und parallelen Ausgängen
Advanced Flow im Homey-Editor: mehrere Bedingungen, ALL/ANY-Verknüpfungen, parallele Ausgänge. Genau das, was Apple Home alleine nicht abbildet.

Genau so ein Flow läuft bei uns. Wie er konkret aufgebaut ist und wo es geknirscht hat — Setup-Details mit Screenshots stehen im Erfahrungsbericht. Du brauchst Advanced Flows nicht für jeden Haushalt, aber sobald Garten, Pool oder Heizung mehrere Bedingungen brauchen, ist das der Punkt, an dem die Zentrale ihren Mehrwert zeigt.

Energy, Insights, Moods — was sonst noch dabei ist

Neben den Flows bringt Homey Pro drei Komfort-Module mit, die ohne Aufpreis enthalten sind:

  • Energy-Dashboard. Zeigt, welche Geräte wie viel Strom ziehen — vorausgesetzt sie melden ihren Verbrauch (Shelly, Eve Energy, kompatible Steckdosen).
  • Insights. Sensorwerte als Verlaufskurve: Temperatur, Feuchte, CO₂, Türzustände über Wochen. Nützlich, um zu sehen, ob Automationen wirklich greifen.
  • Moods. Vordefinierte Szenen wie „Filmabend“ oder „Aufstehen“, per Tippen oder Sprachbefehl. Der Block, in dem aus „Smart Home“ gefühlt eine Wohnatmosphäre wird.

Wie das bei uns nach Jahren konkret läuft — welche Moods existieren, was das Energy-Dashboard in der ersten Woche an Stromfressern aufgedeckt hat — steht im Erfahrungsbericht.

Sprachsteuerung: Brücke zu Apple Home (HomeKit), Google Home und Alexa

Homey Pro spielt mit allen drei großen Sprach- und Steuer-Ökosystemen zusammen: Apple HomeKit, Google Home und Amazon Alexa. Du bedienst weiter mit Siri, „Hey Google“ oder Alexa — die Logik dahinter läuft auf Homey. Geräte, die im jeweiligen Ökosystem nativ gar nicht unterstützt sind (etwa ältere Z-Wave-Aktoren in HomeKit), werden über Homey als gespiegelte Geräte sichtbar gemacht.

Für Apple-Haushalte gibt es zwei Wege in HomeKit: das ältere HomeKit-Experiment, das Homey direkt anbietet, und die neuere Matter Bridge App, seit Dezember 2025 verfügbar, die Geräte über Matter ins Apple-Ökosystem überträgt. Beide Wege haben dasselbe Ergebnis: Lampen, Sensoren, Schalter und Ventile aus Homey erscheinen in der Home-App als native HomeKit-Geräte, inklusive Siri-Befehl.

Welche Geräte aus Homey heraus nach HomeKit gespiegelt gehören — und welche besser direkt in Apple Home bleiben, weil eine Doppelung mehr Stress als Nutzen bringt — steht im Erfahrungsbericht.

Homey Pro und Homey Pro Mini im Größenvergleich auf weißem Studio-Hintergrund
Homey Pro (rechts, rund, 128 mm) und Homey Pro Mini (links, squircle, 97 mm) im direkten Größenvergleich.

Welche Homey-Modelle es gibt

Athom verkauft aktuell drei Modelle parallel. Die Unterschiede sind kleiner als die Marketing-Seite vermuten lässt.

Modell Status Preis Specs Für wen
Homey Pro (2026)Aktuelle Generation Top 449 €
UVP · Tagespreis oft darunter
4 GB RAM
alle 8 Funkstandards
Standard-Empfehlung für gemischte Smart-Home-Haushalte
Homey Pro (Early 2023)Restbestand bei Resellern Auslauf ~384 €
Geizhals-Tagespreis · schwankt
2 GB RAM
alle 8 Funkstandards
Nur wenn klar günstiger als der 2026er
Homey Pro MiniEinstiegsmodell Einstieg 279 €
UVP · Tagespreis oft darunter
1 GB RAM
Wi-Fi · Bluetooth · Thread · Matter
Reine Matter-/Wi-Fi-Haushalte ohne Zigbee oder Z-Wave
Drei Modelle parallel im Verkauf. Der 2026er ist der einzige, der für die meisten gemischten Apple-Home-Haushalte uneingeschränkt empfohlen werden kann.

Preis-Update Juni 2026: Athom hat zum 1. Juni 2026 die UVPs angehoben — Pro 2026 von 399 auf 449 €, Mini von 249 auf 279 € (offizielle Ankündigung). Die hier genannten Preise sind die aktuellen UVPs; im Handel (Amazon, Geizhals) liegen die Tagespreise oft darunter.

Der Homey Pro 2026 ist ein reiner RAM-Refresh — gleiches Gehäuse, gleiche Funkmodule wie der 2023er, aber 4 GB statt 2 GB RAM. Athom rechnet damit, dass darauf jetzt 100+ Hersteller-Apps parallel laufen, ohne dass das System zäh wird. Für die meisten Apple-Home-Haushalte mit gemischter Hardware ist der Pro 2026 die richtige Wahl. Beide Modelle bekommen offiziell bis mindestens Juni 2031 Updates und werden technisch als eine Generation behandelt.

Der Homey Pro Mini ist ein anderes Gerät: kein Zigbee, kein Z-Wave, kein Infrarot, kein 433/868 MHz. Er deckt nur Matter, Thread, Wi-Fi und Bluetooth ab. Sinnvoll, wenn du komplett auf Matter-Geräte und Wi-Fi setzt — also typischerweise ein Haushalt, der gerade erst mit Smart Home anfängt. Sobald du auch nur ein Zigbee-Gerät wie einen Sonoff-Sensor integrieren willst, bist du beim normalen Pro.

Der Homey Pro Early 2019 taucht noch gebraucht auf — den würde ich nicht mehr kaufen. Athom hat ihn offiziell aus dem Verkauf genommen, neue Features (zum Beispiel das Energy-Dashboard) erscheinen nur noch auf der 2023/2026-Generation. Ein hartes End-of-Life-Datum nennt Athom dafür nicht öffentlich, der Trend ist aber eindeutig.

Wer sollte sich Homey Pro NICHT kaufen

Damit der Artikel ehrlich bleibt: nicht für jeden ist Homey Pro die richtige Wahl.

  • Home-Assistant-Bastler. Wer am Wochenende gern YAML-Dateien editiert und ESPHome-Firmware auf Sonoff-Geräte flasht, bekommt mit HA mehr Freiheit und zahlt nichts für die Hardware. Homey nimmt dir die Frickel-Optionen ab — das ist ein Feature, wenn du es willst, und ein Nachteil, wenn du es nicht willst.
  • Reine Hue-Haushalte. Wenn dein ganzes Smart Home aus Hue-Lampen besteht, reicht die Hue Bridge. Homey wäre Overkill und löst kein Problem, das du hast.
  • Single-Hersteller-Setups. Wer komplett auf Bosch Smart Home, Eve oder SmartThings setzt, ist in dessen App gut aufgehoben. Lock-in ist hier kein Drama, sondern Komfort.
  • Bastel-Enthusiasten. Wer Lust auf Lötkolben, Mikrocontroller und eigene Schaltungen hat, kommt mit ESPHome plus Home Assistant weiter. Homey ist die Zentrale für Leute, die ein fertiges System wollen.

Der typische Käufer hat Geräte von vier oder mehr Herstellern, will keine zwölf Apps mehr und sucht eine Smart-Home-Zentrale, die im Hintergrund alles verknüpft.

Athom + LG: Zukunftsanker für Käufer

Eine Frage, die bei einer 400-Euro-Smart-Home-Zentrale berechtigt ist: Lebt der Hersteller noch in fünf Jahren? Bei Athom ist die Antwort seit Mitte 2024 belastbarer als bei den meisten Konkurrenten.

LG hat im Juli 2024 80 % von Athom übernommen (offizielle Ankündigung der Athom-Gründer). Die restlichen 20 % sollen bis 2027 folgen. Die Gründer Emile Nijssen und Stefan Witkamp bleiben in der Geschäftsleitung. LG übernimmt die Plattform, nicht das Personal.

Für dich als Käufer heißt das drei Dinge: Erstens, Investitionsschutz — was als Hardware eines holländischen Startups gestartet ist, läuft heute unter einem südkoreanischen Großkonzern, der ein eigenes Smart-Home-Ökosystem (LG ThinQ) hat. Zweitens, das Tempo der Feature-Entwicklung wird eher steigen — LG bringt sein ThinQ-Universum (Waschmaschine, Kühlschrank, TV) in Homey rein, und genau das passiert. Drittens, wenn du LG-Geräte im Haushalt hast, wird Homey Pro mittelfristig die naheliegende Schaltstelle, die sie mit dem Rest deines Smart Homes verknüpft.

FAQ

Brauche ich Homey Pro, wenn ich nur Hue-Lampen habe? Nein. Die Hue Bridge reicht völlig, du sparst dir 400 €. Homey Pro lohnt sich erst, wenn du Geräte von drei oder mehr Herstellern verwaltest und sie miteinander reden lassen willst — etwa Hue plus Bosch plus Nuki, oder Shelly plus Roborock plus Eve.

Funktioniert Homey Pro auch ohne Internet? Ja. Im Gegensatz zu vielen Cloud-Hubs läuft Homey Pro lokal. Internet braucht die Zentrale nur für Updates, Remote-Zugriff von unterwegs und Cloud-Geräte, die selbst eine Online-Verbindung erfordern (zum Beispiel Roborock).

Kann ich Geräte aus Apple Home in Homey nutzen? Nicht direkt. Die Richtung läuft andersrum: Geräte werden grundsätzlich in Homey eingebunden und von dort nach HomeKit, Google Home oder Alexa gespiegelt. Geräte, die du nur in Apple Home angelegt hast, sieht Homey nicht.

Was passiert mit meinen Daten? Alles wird lokal auf der Zentrale gespeichert. Cloud-Anbindung ist optional und nur für Fernzugriff aktiv. Das ist einer der Punkte, an denen Homey sich von Cloud-Hubs wie Tuya unterscheidet.

Wie hoch ist der Stromverbrauch? Für die aktuelle Generation gibt Athom keine offizielle Wattzahl an. Ältere Modelle lagen im Ruhebetrieb bei rund zwei Watt (Community-Messungen, keine offizielle Athom-Angabe) — auf ein Jahr gerechnet sind das wenige Euro Stromkosten. Im Dauerbetrieb spürbar günstiger als ein eingeschalteter Smart-TV im Standby.

Muss ich beim Kauf von smarten Geräten auf den Funkstandard achten? Nein. Genau das ist der Punkt einer Smart-Home-Zentrale wie Homey Pro: Du kaufst nach Funktion, nicht nach Funkstandard. Ob das Gerät Zigbee, Z-Wave, Matter oder Wi-Fi spricht, ist für dich nur dann relevant, wenn dein Hub den jeweiligen Standard nicht unterstützt — Homey Pro deckt alle gängigen acht ab.

Lohnt sich Homey Pro 2026 oder reicht der ältere 2023er? Wenn du den 2023er als Restbestand klar günstiger bekommst, ist er eine valide Wahl — beide Modelle haben dasselbe Gehäuse, dieselben Funkstandards und denselben Software-Support bis mindestens Juni 2031. Der 2026er hat 4 GB statt 2 GB RAM, was bei vielen parallelen Hersteller-Apps und Advanced Flows hilft. Solange der Preisunterschied unter ~20 € liegt, würde ich zum 2026er greifen.

Fazit: Für wen Homey Pro Sinn ergibt

Wenn du Geräte von mehreren Herstellern hast und keine Lust auf YAML-Dateien, ist Homey Pro die Zentrale, mit der du das App-Chaos in eine gepflegte Oberfläche überführst. Du baust die Logik einmal auf, danach bedient dein Partner — oder Besuch — alles über die App, an die er gewohnt ist (HomeKit, Google Home oder Alexa). Wer im Hintergrund die Arbeit macht, sieht er nicht.

Wenn du das Ganze in der Praxis sehen willst, mit konkreten Flows aus unserem Haushalt und dem ehrlichen Partner-Test-Ergebnis nach sechs Jahren, findest du das alles im Erfahrungsbericht zu Homey Pro. Dort steht auch, warum die Zentrale nach sechs Jahren immer noch nicht ausgetauscht ist.

Aktuelle Empfehlung beim Kauf: Homey Pro 2026 als Standard-Modell (UVP 449 €). Für reine Matter-/Wi-Fi-Haushalte reicht der Homey Pro Mini (UVP 279 €).


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